Birth Of Violence by Chelsea Wolfe
Chelsea Wolfe
“Birth Of Violence”
Album, LP, Black Vinyl, Gatefold, Repress 2024 (2019). Ethereal Dark Rock.
Chelsea Wolfe ist eine in den USA 1983 geborene Sängerin und Musikerin. Bereits sehr früh schrieb Chelsea, die deutsch-norwegischer Abstammung ist, Gedichte und Songtexte. Ihr erstes Album aus dem Jahre 2006, “Mistake in Parting” wurde von ihr nicht veröffentlicht, da es laut Chelsea Wolfe zu persönlich und schrecklich überproduziert sei: „Ich habe sehr persönliche Sachen über mein eigenes Leben geschrieben, und ich fühlte mich überhaupt nicht wohl… Ich wollte nicht, dass meine Musik so sehr von mir selbst handelt, und ich musste einfach eine neue Perspektive finden“ (Chelsea Wolfe). Eigentlich wollte sie keine Musikerin werden. So nahm sie sich eine Auszeit und erst 2010 erschien mit “The Grime and the Glow” ihr erstes offizielles Album.
Stil
Es ist schwierig den Stil von Chelsea Wolfe zu erfassen. “Birth Of Violence”, übrigens meine erste Berührung mit ihrer Musik, würde ich als Ethereal Dark Rock bezeichnen. Ihre Spielwiese reicht von Gothic, Neo-Folk, Doom, Electronic bis Heavy Metal, die sie scheinbar mühelos miteinander kombiniert. Während “Birth Of Violence” mit viel akustischer Gitarre gut melodisch durch die Gehörgänge schlendert, ist das bei ihrem Album “Abyss” (2015) nicht der Fall, den dieses ist deutlich mehr im Doom und Heavy Metal zu finden. Chelsea spielt diverse akustische und elektrische Gitarren.
Was macht eine Künstlerin, die sich vom vielen Touren ausgelaugt fühlt? Pause machen oder, wie Chelsea, gegenan neue Texte schreiben! “The Mother Road” nimmt uns gleich mit auf eine dystopische Reise durch die USA auf der Route 66 und handelt von Angst und Veränderung. Wolfe besingt fast chirurgisch aufgebaut eine schleichende “American Darkness” (Song 2) sowie eine beängstigende “Birth Of Violence”(Song 3) mit einer Intensität, die einen kalte Schnauer über den Rücken laufen lässt aufgrund der musikalischen Scharfsinnigkeit.
Tatsächlich lebt dieses Album von der erzeugten Stimmung. Allerdings hat Chelsea mit den ersten drei Songs die Latte sehr hoch gehängt und sie schafft es, die Güte zu halten. Eigentlich wollte ich jeden Song besprechen, doch ich lade lieber alle Menschen ein, in ein gesellschftskritisches Album einzutauchen und die Songs für sich zu entdecken.
Natürlich kann Hörer auch auf die Gesellschaftskritik verzichten und sich einfach nur in die Stimme von Chelsea fallen lassen und träumerisch durch die gebotene musikalische Reise gleiten, die vor wunderbaren Subtilitäten nur so wimmelt. Beides funktioniert für sich hervorragend, trotzdem rate ich dazu, sich in die Texte reinzuhören und unsere reale Welt mit einzubinden. Die dystopischen Lyrics ziehen sich dabei wie ein roter Faden durch die Produktion von Ben Chisholm. Sie klingt trotz hohem Hallanteil intim, warm. Fast schon lebensbejahend. Für mich mit ein Album des Jahres 2019.
Acoustic Guitar, Vocals – Chelsea Wolfe
Drums – Jess Gowrie (Song A1, A2, A4, B1 to B3, B5)
Piano, Synth, Bass, Mandolin, Lead Guitar – Ben Chisholm
Viola – Ezra Buchla (Titel: A1, A2, A5, B4)
Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.
No AI was used in the making of this Review.
©19.03.2026





