The Road Of Bones by IQ
IQ
“The Road Of Bones”
3-LP Set, Red-Smoked Vinyl, 2024 (2014). Neo-Prog.
Als die englische Neo-Prog Band IQ 2024 eine limitierte, vinyle Auflage ihre Albums “The Road Of Bones” (2014) ankündigte, musste ich mir ein Exemplar besorgen. Neben “The Road Of Bones” gibt es sechs weitere Songs, die es nicht auf das Album geschafft haben. IQ verfolge ich seit über 40 Jahren, allerdings nur die Phase mit Sänger Peter Nicholls, der ab 1990 wieder fest dabei ist. Ohne die anderen Musiker zu unrecht als Beiwerk zu bezeichnen, so ist es doch Peter Nicholls mit seiner Bühnenpräsenz, der das Gesicht der Band ist. Wer immer die Chance hat, einmal IQ Live erleben zu können, unbedingt hingehen.
In einem Interview erzählte Peter Nicholls, wie er auf die Idee zu diesem Album kam. Der Titel „The Road Of Bones“ entstand während eines Fluges, als er in einer Bordzeitschrift blätterte und dabei ein Foto einer Statue entdeckte. Diese war für verstorbene politische Gefangene errichtet worden, die in den 1930er Jahren in Russland auf Befehl Josef Stalins unter entsetzlichen Bedingungen an der Autobahn R504 arbeiten mussten. Die Straße ist 2032 Kilometer lang, tausende Zwangsarbeiter starben beim Bau, und die Statue wurde ihnen zu Ehren errichtet. Heute wird die Straße als Touristenattraktion unter dem Titel „The Road Of Bones“ vermarktet. Während die Songs zwar lyrisch zusammen hängen, handelt es sich hier nicht um ein Konzeptalbum. Das hat manch Rezensent/in nicht verstanden und empfindet dieses Album als fragmentarisch.
Der Opener “From The Outside In” zeigt den Schritt hin zum opulenteren Sound von IQ. Gerade weil Peter Nicholls sich selbst als Schauspieler versteht und stark songorientierte Lyrics schreibt, fühlen wir uns eher wie in einem Musical, oder Film. Das kommt Live noch stärker raus, als auf diesem Studioalbum. Feiner Neo-Prog gleich zu Beginn.
Der Titelsong kommt ruhig daher und geht über in einen dunklen, bombastischen Prog Song. Hier folgen wir einen psychopathischen Serienkiller. Damit ist Seite A durch.
Auf Seite B finden wir das Herz des Albums, mit 19:16 auch der längste Song. “Without Walls” bietet uns ruhige Passagen, härtere Riffs, als wir es von IQ gewohnt sind, epische Keyboards und typischen, melodischen Neo-Prog. Für mich der stärkste Song.
Auf Seite C finden wir noch mit “Ocean” den am wenigsten proggigen Song. Wenn schon Pop, dann bitte so. Nach all dem dunkleren Prog vielleicht ein kleiner Lichtblick? Denn mit “Until The End” kommt der nächste zunächst düstere Track angerollt. Wohl der proggigste, typische IQ Song, der später heller, optimistischer wird. Ein würdiger Abschluss des Albums.
Seite D, E und F liefern dann das Material, welches es nicht auf das eigentliche Album geschafft haben. Bis auf “Knucklehead” wird mir schon klar, warum diese allesamt guten Tracks nicht vertreten sind. Auch wenn wir es hier nicht mit einem Konzeptalbum zu tun haben, so klingen dieese Songs für sich von der Machart her zu sehr an typische, für sich selbst stehende IQ Songs. Mir hätte zwar auch “The Road Of Bones” gereicht, dennoch möchte ich jetzt nicht mehr auf die extra Tracks verzichten.
Paul Cook – Drums, Percussions
Tim Essau – Bass
Neil Durant – Keyboards
Michael Holmes – Guitar
Peter Nicholls – Vocals
Fazit. Ein für IQ opulenter musikalischer Schritt nach vorne. Auch wenn IQ sich in kleinen Schritten ändert, so mag ich den Stil dieser Band und ihren Sound. Neo-Prog, nicht nur für Prog-Heads.
Was denke ich wirklich?
Typischer Stil für IQ, wenn auch epischer, breiter. Ich weiß es zu schätzen, das IQ ihren Weg gehen. “The Road Of Bones”, egal ob normale CD oder, wie hier, als limitierte vinyle Variante gehören in jedes Regal und können immer wieder gehört werden. Perfekt arrangiert von hervorragenden Musikern. Die Schallplatten weisen keine Makel auf.
Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.
No AI was used in the making of this Review.
©04.05.2026




