The Prog-Thief

Anthropocene by Behind Your Fear

Frontcover LP Anthropocene von Behind Your Fear

Ist das jetzt noch Flowing Tears oder schon Behind Your Fear? Wer wie ich immer noch ziemlich begeistert Flowing Tears hört (egal ob mit Stefanie Duchêne oder später mit Helen Vogt), könnte eventuell die Hoffnung hegen, das noch viel FT in ByF stecken. Oder eben gerade nicht. Lassen wir uns also nicht verwirren und versuchen, „neutral“ zu bleiben.

Backcover Anthropocene von Behind Your Fear

Ohne Widerspruch ist ganz klar die Stimme von Stefanie die stärkste Erinnerung an FT. Einigen wir uns darauf, das weder FT noch ByF etwas anderes als Gothic-Rock/Metal machen bzw. gemacht haben. Der erste Song „One Day“ geht gleich gut los und klingt eigenständig. Und dann kommt „The Mask“. Und das ist FT. Klingt gemein, ist aber so. Der Song ist gut, kein Zweifel, eigenständig aber nicht. „New Ways“ haut dafür schön in den Magen und ist für mich ein Highlight, auch wenn er von FT hätte stammen können. Genug davon, der Song ist einfach stark. „Bandaged Eyes“ fängt an wie Gothic-Pop und bleibt auch dabei. Ab der Mitte allerdings wird der Song deutlich besser. „Little While“ gefällt mit schöner Melodie, ist mir dann aber doch zu glatt? Nicht schlecht, denn er hat auch starke Momente. „Heartbeats“ mit Piano wird getragen von Stefanies schöner Stimme.

Seite A Anthropocene von Behind Your Fear

„Weakness“, mit 5:43 der längste Song, für mich auch der atmosphärischte. Klares Highlight und für mich der stärkste Song. „Hollow“ lebt klar von Stefanies Gesang. Mag ich. „Schattered Mirrors“. Mit dem kann ich nicht so ganz viel anfangen. Er wirft mich aber nicht raus und fängt mich irgendwie immer wieder ein. „DNR“ ist wieder ein Highlight. Beginnt mit Piano. Manchmal sehe ich mich mit einem Gin-Tonic in einer Jazz-Bar sitzen, am Ende der Apokalypse und der Song läuft. Morbide, ich weiß. Mit morbiden Gedanken geht es zum symphonischen Rauswerfer „Lullaby“. Leider zu kurz, denn er ist gut.

Seite B Anthropocene von Behind Your Fear

Es gibt Alben, die ich komplett durchhören mag. Das ist schon einmal positiv, denn Anthropocene gehört dazu. Ich mag diese Art von Musik. Die Musiker sind gut, die Sängerin ist gut. Hier wurde natürlich nichts neu erfunden, muss auch gar nicht. Das Album ist gut. Und Flowing Tears? Scheint durch und ich finde es gut. Trotzdem ist es Behind Your Fear und eben nicht Flowing Tears und auch das finde ich gut. Wer Gothic mag, sollte zugreifen.

Anthropocene, 2022.

Stefanie -Vocals, Piano.
Scorpius – Bass.
Michael – Drums.
Moritz – Guitar.
David – Keyboards
T. – Guitar, Keyboards.

Leider ist die mir vorliegende Limited Blue-Marbeld Vinyl, trotz intensiver Reinigung, immer noch voll mit knisternden Geräuschen. Deutlich besser als am Anfang, aber immer noch nervig in den leisen Passagen. Kann natürlich nur an meinem Exemplar liegen. Musik gut, meine Vinyl leider nicht so ganz.

Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.

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J. Specht
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