Roseland NYC Live by Portishead
Portishead
„Roseland NYC Live“
Trip Hop, Dub, Jazz, Breakbeat, Soul
Remaster, limited Reisue in Red Vinyl. 2024 (1997)
Wie konnte diese geniale Musik nur an mir vorbeigehen? 2024 schenkte mir jemand dieses Albums. Und selbst dann dauerte es noch einmal drei Monate und jetzt ist es aus meiner inneren Rotation nicht mehr wegzudenken. Die Qualität des Remasters ist makellos, das New York Philharmonic Orchestra kommt gut rüber, die Stimme von Beth Gibbons schwebt durch den Saal. Dazu liegen die in rotem Vinyl gehaltenen LPs sauber auf. Kein Mikro-Kratzer stört den Hörgenuss. So muss ein Remaster sein!
In Kurzform: Geoff Barrows aus Portishead bei Bristol war an einer Produktion von Massive Attack beteiligt. So entstand seine Idee zum Project Portishead 1991. Beth Gibbons, die in Bars sang und der Jazz Gitarrist Adrian Utley kamen hinzu und 1994 erschien ihr erstes Album „Dummy“. Portishead vermischte Hip-Hop, Dub, Soul, Jazz, Postrock und Breakbeat inovativ zu Trip-Hop. Der Begriff Trip-Hop stammt nicht von der Band und sie selbst indentifizierte sich nicht damit. Ich würde es gerne Trip-Hop-Downbeat-Prog nennen. Wie auch immer, „Dummy“ wurde zum Album des Jahres 1994 gekürt. Die Musik lebt von ihrer inovativen Mischung aus vielen Samples, Hip-Hop Elementen, Dub, Downbeat, Jazz und Soul und dem außergewöhnlichen Gesang Beth Gibbons. Aber zurück zu Roseland NYC Live.
Sechs Songs des „Dummy“-Albums und acht Songs des „Portishead“ Albums sind auf diesem mit Klassik gepimpten Live Trip-Hop Album sphärisch unterwegs, die so manchen Hörer herausfordern könnte, da die fragil klingende Stimme Beth Gibbons auch bombastisch ausufert, wenn die Band und das Orchester gemeinsam in die Tiefe gehen. Für mich klar der beste Remaster und eines der besten vinylen Live Alben der letzten 25 Jahre.
Neben den „Dummy“ Songs sind auch acht Songs vom „Portishead“ Album enthalten, allerdings nur in dieser Version des Albums, denn die Songs „Numb“, „Undenied“ und „Western Eye“ sind auf der Erstausgabe nicht enthalten. Getauscht wurden auch die Songs „Sour Times“ und „Roads“ gegen die Originalaufnahmen aus Roseland NYC Live.
Ein würdigeres Album als dieses Werk von Portishead zu remastern fällt mir nicht ein. Natürlich gibt es andere Remaster, die auch großartig sind, allerdings können sich einige Remaster hier eine dicke Scheibe abschneiden. Fans und Kenner brauche ich nichts über die Songs mehr sagen und alle anderen Verweise ich auf die folgenden Videos. Fazit? 15 von 10 Punkten.
Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.