Pink  FloydLP The Wall von Pink Floyd. Weiße Klinkermauer.“The Wall”

The Wall by Roger Waters

Roger Waters The Wall. 3-LP Live Album. Frontcover 

Roger Waters
“The Wall”
Prog- and Psycedelic Rock. 3-Vinyl Trifold. Live. 2015.

Was soll ich noch sagen zu “The Wall” von Pink Floyd? Nichts. Zur “Eitelkeitsmaschine” Roger Waters fällt mir allerdings noch einiges ein. Ein genialer Bassist, genialer Texter und charismatischer Sänger. Und so wird aus der reinen Musik-Review auch ein kritischer Blick auf Waters. Dies ist der Live Soundtrack zum Film Roger Waters The Wall.

Waters machte nie einen Hehl daraus, das er sich The Wall etwas anders vorgestellt hatte. So wurde der Song “When The Tigers Broke Free” nicht für “The Wall” berücksichtigt. Waters, der schon seit “Animals” mit einem Rücktritt liebäugelte, forcierte nach “The Wall” diesen Schritt. Nach dem letzten Pink Floyd Album “The Final Cut” kam dann auch das unschöne Ende, wo Waters reichlich nachgetreten hat. Ich betrachte “The Final Cut” dann auch als erstes Roger Waters Album und das ist Musikalisch betrachtet für mich auf hohem Niveau.

Roger Waters The Wall. 3-LP Live Album. Innercover

Doch zurück zu Roger Waters “The Wall”. 2010 startete Roger Waters eine gigantische Tour, die in drei Jahren 219 Shows der Superlative aufführte. Auf dieser LP von 2015 kommen die Nachteile von Vinyl offen zu Tage. Wer wirklich den Bombast der Show nachempfinden will, sollte zur DVD des Konzertfilmes greifen. Die LP wird von der Masse an lauten Effekten schlicht überfordert. Wobei die LPs Roger Waters Vorstellung von The Wall auch von der Aufmachung her gut transportieren. Und immer dann, wenn The Wall leise wird und auf Vinyl der alles erdrückende Bombast beiseite rückt, dann klingt es auch gut. 

Meine Kritik richtet sich daran, das ein Kapitalismuskritiker wie Roger Waters ausgerechnet mit den Mitteln des Kapitalismuses seine (nicht unberechtige) Botschaft verkündigt. Auf der anderen Seite könnte ich aber auch wieder sagen, das so die Botschaft auch überall gehört wird. Nur der Kapitalismus schafft es, selbst aus der Kritik an sich selbst Kapital zu schlagen. Und so setzt sich Waters nach der anstrengenden Show in seinen Privat-Jet um sich zu erholen. Ich Ende hier mit einem Zitat aus dem Song “Sounds Of Muzak” von Porcupine Tree: “Music of rebellion makes you wanna rage – But it’s made by millionaires who are nearly twice your age”.

Roger Waters The Wall. 3-LP Live Album. LP A

Und doch ist Roger Waters in hervorragender, wenn auch eitler Musiker. “The Wall” ist und bleibt ein Meisterwerk. Ich gönne Roger jeden Cent und seinen Privatjet. Ich stimme mit vielen Aussagen Roger’s überein und ich finde es gerade in dieser Zeit wichtig, streitbare Persönlichkeiten zu haben. Die trotz ihrer Eitelkeit das Herz am richtigen Fleck haben. Die Krieg verabscheuen und es wagen, anzuecken. Und ich hoffe mit dieser Review auch anzuecken. Diese vinyle Umsetzung kann die Wucht der Liveshow nicht richtig rüberbringen. Die Aufmachung jedoch ist sehr gelungen. Wer die Show erleben möchte, der sollte lieber zur DVD/BlueRay greifen. Verstauben wird diese live Interpretation von “The Wall” aber nicht bei mir, denn Pink Floyd “The Wall” ist und bleibt ein Meisterwerk.

Roger Waters The Wall. 3-LP Live Album. Example Booklet Page

Backing Vocals – Jon Joyce, Kipp Lennon, Mark Lennon, Pat Lennon
Drums – Graham Broad
Guitar – Dave Kilminster, G.E. Smith, Snowy White
Keyboards – Jon Carin
Piano, Harmonium – Harry Waters
Vocals – Robbie Wyckoff
Vocals, Guitar, Bass, Music By, Directed By, Written-By – Roger Waters
Written-By – Bob Ezrin (Titel: F3), David Gilmour (Titel: C1, E1, E4)

Roger Waters The Wall. 3-LP Live Album. Backcover

Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber. Die zitierte Songzeile aus dem Song “The Sounds Of Muzak” stammt von Porcupine Tree.

No AI was used in the making of this Review.
©07.12.2025

J. Specht
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