Black Light District by The Gathering
The Gathering
“Blacklight District”
Progressive/Alternative Rock
- CD, EP. 2002
- Psychonaut Records
- PSYN0003 MCD
- gebraucht
2002 erschien Black Light District als erste Veröffentlichung des bandeigenen Labels Psychonaut Records. Zum 12,5-jährigen Jubiläum von The Gathering veröffentlichte die Band drei neue Songs auf einer EP. Leider ist die Qualität des Drucks nicht richtig gut, was der Qualität der Musik und des Klanges natürlich keinen Abbruch tut.
Die Weiterentwicklung des Stils vom vorherigen Album “if_then_else” wird hier weitergeführt Alternative Rock, Progressive Rock und Trip-Hop verschmelzen zu einer Einheit. Dazu die wunderbare Stimme Anneke van Giersbergens, und schon haben wir ein Kleinod in der Hand. Die Stimmung ist deutlich dunkler, was …
…im ersten, mit 16:22 knackig langen Song “Black Light District” sofort zu spüren ist. Das Intro beginnt nur mit dem Piano, nach etwas über zwei Minuten steigen die Drums langsam mit ein, gefolgt vom Bass. Ab 02:40 steigt die Gitarre mit ein und das Tempo zieht etwas an. Ab 03:39 steigt Anneke mit gesprochenem Gesang ein. Dann überlagert gesungener Text den gesprochenen Text. Der folgende instrumentale Mittelteil steigert die Intensität und treibt uns zum Klimax, bevor die Musik wieder deutlich abfällt. Der letzte Teil beginnt ab 10:16. Um 12:36 hören wir Annekes klare Stimme, wieder im gesprochenen Gesang. Der Rhythmus der Wörter ist wunderbar melodisch, trotz all ihrer Dunkelheit, und für mich ist das der Teil des Liedes, der mich am meisten in seinen Bann zieht. Eindeutig ist “Black Light District” das Highlight der EP.
Eigentlich geht es um einen älteren, verbitterten Mann. Er geht durch eine enge, dunkle Straße im Blacklight District. Vielleicht ist der Blacklight District gar nicht so feindselig, wie er ihn erlebt. Vielleicht sieht der alte Mann in den dunklen Straßen nur das, was er selbst geworden ist. Seine Innenwelt wird zum Spiegel der Außenwelt. Oder der District bringt seine negative Innenwelt nach außen. Beides scheint möglich – und gerade diese Ungewissheit macht den Ort und den Song für mich interessant.
Erwähnenswert sind noch die unterschiedlichen Dynamiken in der Lautstärke, die zusätzlich die einzelnen Abschnitte in ihrer Intensität steigern – oder abschwächen.
“Your going down with me” – alles klingt deutlich aggressiver, aber auch verspielter. Mit seinen 04:35 ist der Song kürzer und bringt gut auf den Punkt, wo The Gathering stilistisch 2002 stand.
“Broken Glass” in der Pianoversion ist für mich das zweite Highlight dieser EP, die sich seit vielen Jahren immer wieder in meinem CD-Player wiederfindet. Mein Tipp: Annekes wunderbare Stimme, nur vom Piano begleitet, per Kopfhörer zu genießen. Nicht über Spotify – entweder CD oder Vinyl.
Fazit? 11/10 Punkte, wenn ich Punkte vergeben würde.
The Gathering 2002
Anneke van Giersbergen: Gesang
René Rutten: Gitarre
Hugo Prinsen Geerligs: Bass
Frank Boeijen: Keyboard
Hans Rutten: Schlagzeug
Die Fotos stammen alle von meiner CD. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.
TheProgThief
©13.03.2024
Mk 3




