I Robot by Alan Parsons Project

LP I Robot by Alan Parsons Project. Frontcover 

The Alan Parsons Project
„I Robot“
Black Vinyl. Gatefold. 1977. Art-Rock, Prog, Pop.

Wie ein Album bewerten, das mit „Tales Of Mystery And Imagination“ einen so starken Vorgänger hat? Für mich hängt der geniale Erstling wie ein Damokles Schwert über alle nachfolgenden Alben. 1977 erschien also mit „I Robot“ das zweite Werk des Projekts. Abgeleitet von Isaac Asimov Geschichte „Ich, der Roboter“, handelt die Platte eher allgemeiner von der Beziehung zwischen Mensch und Maschine (AI). Und hier sehe ich die erste Schwäche des Albums: Da die Rechte für die Vermarktung von „I, Robot“ bereits vergeben waren, konnte sich das Projekt nicht direkt auf das Werk von Asimov beziehen. Was ich schade finde, hätte es doch die Authentizität angehoben. So wurde aus „I, Robot“ „I Robot“.

LP I Robot by Alan Parsons Project. Innercover

Für die Fans von Prog und Art Rock liegt I Robot schwer im Magen, ist doch dieses Album durchsetzt von Pop und Disco Sound. Und doch übt dieses Album auch eine gewisse Faszination aus. Prog ist nicht gleich Prog, Warum sollten Elemente nicht mit Pop/Disco zusammengehen?

LP I Robot by Alan Parsons Project. LP B

Der erste Song „I Robot“ könnte ein opener für typische SF Filme der 60er und 70er Jahre sein. Synth meets Guitars and Bass. Ein leichter Schuss Disco meets Art and Space. Für mich ein sehr guter Song. „I Wouden’t Want To Be Like You“ lebt vom Disco Rhythmus. Textlich und stimmlich gut. Art und Prog? Nein. Mit „Some Other Time“ kommt wieder Art zurück. Interessanter Text, Disco Bass und stimmlich wider gut. „Breakdown“ ist textlich düsterer als seine Vorgänger und musikalisch gut umgesetzt. Disco Grundton? Ja. Dramatisch? Ja und mit Chor! „Don’t Let It Show“ wiederum ist eine typische Ballade und past nicht mit seiner schwülstigen Attitüde. Es ist bis auf den letzten Song ein gut hörbare Seite A. Wobei „Don’t Let It Show“ zum Ende hin das Grundthema wieder aufnimmt.

LP I Robot by Alan Parsons Project. LP B

LP B beginnt mit schönem Rhythmus, Art Rock ist zurück. Und „The Voice“ bringt Atmosphäre mit seinem Gesang und der robotischen Stimme im Hintergrund. „Nucleus“ bringt einen technischen Hintergrund Sound mit sich, der sich mit spaciger Note treiben lässt. In „Day After Day“ treffen wir auf ein Prog Element, denn „Nucleus“ fließt übergangslos in den neuen Song. Auch hier haben wir es mit einer Ballade zu tun, jedoch fließt sie angenehm entspannt dahin. „Total Eclipse“ könnte direkt dem Film A Space Odyssee entstammen. Unheimlich, unheilvoll. Art Rock fließt dann proggig in den Schluss „Genesis Ch.1 V32“ hinüber. Wie ich finde zwei schöne Songs zum Ende.

LP I Robot by Alan Parsons Project. Backcover

Ist das jetzt ein Klassiker mit seinen starken Disco Anteil? Ich meine Ja, denn „I Robot“ hat trotz mancher Schwächen auch starke Seiten. Natürlich haben wir hier kein „Tales Of Mystery and Imagination“ vor uns. Und das ist gut so. Art Rock, Prog, Pop, Disco und Space in einer interessanten Mischung. Ergänzen wir AI zum Roboter dazu, haben wir ein auch heute aktuelles Thema. Die Platte klingt tadellos und liegt satt auf dem Teller.

Ian Bairnson –  Eleelctric and accoustic Guitar
B. J. Cole – Pedal-Steel-Guitar
John Leach – Zymbal
KanteleDavid Paton – Bass, accoustic Guitar
Stuart Tosh – Drums, Percussions, Keyboards
Vocals – Eric Woolfson, Alan Parsons, Duncan Mackay, Lenny Zakatek, Allan Clarke, Steve Harley, Jack Harris, Peter Straker, Jaki Whitren, Dave Townsend

Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.

J. Specht
[info@theprogthief.de]