Songs Of Grace And Ruin by Kaery Ann
Kaery Ann
“Songs Of Grace And Ruin”
Desert Rock, Post-Rock, Psych, Doom. Black Vinyl, Italy. 2023
Kaery Ann ist mir auf YouTube über den Weg gelaufen. Flugs auf ihre Bandcamp Seite geklickt und neben ihrem Debütalbum auch ihr zweites Album geordert. Die Musik, die die Italienerin macht, trifft genau meine Hirnwindungen und spricht meinen emotionalen “haben will” Impuls an. Gute, klare Stimme, die etwas mystisches verströmt. Und trotz recht viel Hall, gut zu verstehen ist. Schleppende doomige Drums, teils “harte” Riffs, teils folkig. teils an Desert Rock erinnernt. Melancholische, träumerische Mischung aus verschiedenen Stilen. Kein Prog, spricht aber mein Prog-Herz an.
Wir haben es mit Erika Azzini zu tun, die ab 2017 anfing ihre teils harten eigenen Erfahrungen, in Songs zu pressen. Zuerst nur mit Gitarre, fing sie an, erste Demos zu arrangieren. Zwei Jahre später traf sie auf Francesca Papi (Bass). Sie schlug vor, zusammen mit Davide Rosa (Gitarre), die Songs neu einzuspielen. Was am Ende zu diesem Album führte. Emotionale Käufe können auch daneben gehen, was zum Glück bei mir selten passiert.
Wie bereitsl das stark geblurte Cover als auch der Titel andeuten, ist der Sound durchzogen vom Nebeneinander von melancholischen sowie aggressiven Stimmungen. Dabei bewahrt er (der Sound) die ihm zu eigenen Zartheiten, ein verführerischer, ätherischer Gesang, hypnotische Gitarren-Delays und -Verzerrungen, schwerer, düsterer Bass. All das führt zu einer Mischung aus verträumtem, psychedelischem Desert Rock und Doom.
“People are to lazy, to listen to slow Songs. People are to crazy, to find what they looking for”. Gleich das sind die ersten beiden Zeilen von “Rust and Love”. Ein schleppender Doom. Melancholisch. Für mich der stärkste Song. Da der zweite Track “Blue Eyes” vom Takt her ziemlich ähnlich klingt, komme ich gleich zum dritten Song, der passenderweise “Desert Song” heißt. Auch wenn der Rhythmus recht ähnlich ist, so lebt er von der leichten Desert-Rock Gitarre. Was hier noch düster daherkommt, kommt in “Moon Lies” fröhlicher heraus. Für mich ein sehr guter Song, bringt er doch Abwechslung.
“Mother” hat mit seinen gesprochen Lyrics etwas Cyberpunk in seinen Adern. Ist wohl nur meine Assoziation. Wie auch immer, ein guter Track. Richtig gut ist auch “Accoustic Rain”. Hier gefällt mir sehr gut wie die Lyrics in den Rhythmus der Musik eingebettet ist. “Imaginary Room”. Ein melancholischer Song, den ich ganz ok finde. “Storm”, mit seiner dunklen Atmosphäre bringt ein wenig Dynamik ins Spiel. “White Cage” ist ein würdiger Rauswerfer.
Es gibt viele Dinge, die Kaery Ann richtig macht. Technisch klingt das sehr sauber. Dafür klingt es nicht nach Experimente, es soll genau so klingen. Und das ist für mich ein kleines Problem, das dieses Album hat. Es klingt zu ähnlich, insbesondere wie sie die Lyrics betont. Das ist nicht verkehrt, jedoch die einen oder anderen spielerischen Experimente hätten der Scheibe gut getan. Trotzdem beinhaltet dieses Debütalbum mehr als durchschnittliche Kost, ganz im Gegenteil. Für die richtige Stimmung und ich als Fan solcher Musik, lege dieses Album ab und an gerne auf. Die Schallplatte klingt ziemlich gut. Gerade bei dieser Art von Musik, ist das nicht immer so.
Bass – Francesca Papi
Drums – Andrea Volpato
Guitar – Davide Rosa
Lead Vocals – Erika Azzini
Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.
No AI was used in the making of this Review.
©06.08.2026





