Time Voyager by Barock ProjecT
Barock ProjecT
“Time Voyager”
Symphonic Rock, Progressive Rock. CD with Booklet. 2024
2003 gründete in Modena (Italien) der Pianist, Sänger und Komponist Luca Zabbini das progressive Barock ProjecT. Da stellt sich mir als Prog-Head die Frage, ob dieser Symphonic Prog neues bietet, oder sich am bestehenden vintage Prog der 70er und am Neo-Melodic-Prog der 80/90er bedient. Auch Porcupine Tree bedient sich daran, erschafft allerdings daraus etwas eigenes. Da ich nur Time Voyager, das siebte Album, kenne, kann ich die Evolution der Musik von BP (Barock ProjecT) nicht beurteilen. Was ich allerdings zu diesem Konzeptalbum sagen kann: Es ist auf sehr hohem Niveau von sehr guten Musikern eingespielt und produziert worden.
So stimmig ich die ganze Aufmachung des Digipacks auch finde, drängt sich mir der Eindruck auf, das es KI generiert ist. Wenn dem so ist, bitte auf der CD angeben. Ich jedenfalls habe weder auf der CD, dem Booklet, Discogs oder der offiziellen Website irgendeine Information zum Artwork gefunden. Bitte transparent damit umgehen, falls im Artwork KI verwendet wurde. Das sieht schon sehr gut aus, hat dann nur kein Leben. Einer KI ist das völlig egal, nur ein Mensch füllt Kunst mit Leben. Das werden wir jetzt öfter sehen, die einen um ihren Profit zu steigern, kleinere Bands um Kosten zu sparen. Ich erwarte nur Transparenz. Bitte bei mir melden, falls ihr wisst, von wem das Artwork ist.
Wie klingt das denn nun? Glatter, nicht zu symphonisch, vintage Prog und Neo-Melodic Prog. Ich bin sehr wählerisch (was Symphonic Rock betrifft) und mag so gut wie keinen Symphonic Rock. Wenn es aber so schön eingearbeitet ist wie hier, dann gerne. Allerdings läuft BT da Gefahr, in kitschigen mainstream Kommerz zu driften. Die sehr gut gemachten Prog-Parts retten jedoch gleich den ersten Song, “Carry On”. Erinnern tut das, wie auch Track 2, “Summer Set You Free”, welches hart an Mittelalter- und keltischen Kitsch kratzt, an Arena, Pendragon, IQ, The Mission oder Kansas. Mit seinen schönen proggigen Parts rettet BT auch Song 2. Nummer 3, “An Ordinarys Day’s Odyssey”, erinnert mich stark an IQ. Mir fehlt, zumindest auf dieser CD, bisher das eigenständige. Nicht das sich die Songs deswegen verstecken müssen. Track 4, “The Lost Ship Tavern”, nervt mich dann aber doch. Etwas weniger Mittelalter Pop bitte. Dabei hat auch er wieder seine starken Prog Elemente. Mit “Voyager” kommt dann eine sehr spacige, proggige, rockige “Ballade” und zum ersten Mal klingt das eigenständiger, wenn es auch wieder an die üblichen Verdächtigen erinnert.
Die restlichen Songs sind dann zwar nicht schlecht, für mich jedoch austauschbar. Außer “Voyager’s Homecoming”, davon hätte ich mir mehr gewünscht. Denn das alles ist nicht neu und auch nicht eigenständig genug, um dauerhaft zu fesseln. Technisch gibt es allerdings nichts zu meckern. Gute Musiker, absolut sauber produziert. Es ist ein hörbares Album, aber da höre ich lieber gleich die Vorbilder. Vielleicht würde weniger glatter symphonischer “Barock” helfen. Experimenteller, proggiger Barock? Das wäre eventuell eigenständiger.
Musical Arrangements written by – Eric Ombelli (Titel: 1 to 10, 12), Luca Zabbini (Titel: 11)
Bass Guitar – Francesco Caliendo (Titel: 1, 2, 4 to 6, 9 to 12), Luca Zabbini (Titel: 3, 7, 8)
Co-producer, Drums, Percussion, Bouzouki – Eric Ombelli
Electric Guitar – Marco Mazzuoccolo
Keyboards, Acoustic Guitar, Backing Vocals, Bouzouki, Orchestra Arrangements – Luca Zabbini
Lead Vocals – Eric Ombelli (Titel: 11), Luca Zabbini (Titel: 8, 10, 12)
Lead Vocals, Backing Vocals – Alex Mari
Lyrics by – Antonio De Sarno, Eric Ombelli, Giorgio Franceschetti, Luca Zabbini
Produced by, Recorded by, Mixed by, Mastered by – Luca Zabbini
Die Fotos stammen alle von meiner CD. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.
No AI was used in the making of this Review.
©22.08.2026




