Phideaux
LP Album "Infernal" by Phideaux. Frontcover“Infernal”

AutoMoto Animus by Phideaux

Vinyl Album "AutoMoto Animus" by Phideaux. Frontcover

Phideaux
“AutoMoto Animus”
Prog-Pop. Progressive Rock. Art Pop.

  • LP, Blue Vinyl. 2026
  • Original
  • Bloodfish Music
  • zyz-1111
  • neu

Wie lange habe ich auf eine Vinylalbum von Phideaux gewartet? 20 Jahre! Bis auf eine CD, ausgerechnet das beste und progressivste Album ‚Doomsday Afternoon‘, besitze ich alle physischen Alben. Nach “Infernal” aus dem Jahre 2018 war fast Funkstille und nun, acht Jahre später, endlich ein neues Album. Mit “Doomsday Afternoon”, “The Great Leap”, “Chupacabras” und “Number Seven” hat Phideaux die Messlatte schon sehr hoch geschraubt. Wie schlägt sich also “AutoMoto Animus” als neue Phideaux-Phase?

Vinyl Album "AutoMoto Animus" by Phideaux. Innercover

Cover und Design des Albums sind jedenfalls schön gestaltet. Der blaue Rundling brauchte eine Runde in der Plattenwaschmaschine, dann entfaltete sich der Klang deutlich besser. Auch wenn die Bühne etwas besser sein könnte. Damit ist die technische Seite abgehakt und wir kommen zu dem, was zählt: Der Musik.

Vinyl Album "AutoMoto Animus" by Phideaux. LP B

Normalerweise versuche ich nicht, mich auf die alten Alben eines Künstlers zu beziehen. Wer allerdings auf ein Werk wie “Doomsday Afternoon” hofft, wird enttäuscht sein. Obwohl wir den Stil von Phideaux sofort heraushören, ist das Album teilweise deutlich dem Pop zugewandt. Dennoch besitzt es Prog-Elemente und das ist gut so. Leider kommt es auch nicht an die kreativen Ausbrüche von “Fiendish” und “313” heran. Gerade die beiden genannten Alben waren mit ihren unterschiedlichen Stilen und Genres schwer einzuordnen.

“Do Whatt You Will” ist ein typischer, melodischer Pop-Song. Und richtig guter Pop ist selten. Aber Phideaux kann das. “Hey Humanity” ist ein typischerer Phideaux-Song und hier kommt endlich Prog-Rock ins Spiel. Richtig gut der Track. “Driving To Destruction” geht tatsächlich auch Richtung Prog, für Pop ist der Track zu gegensinnig. “Stay With Me” ist ein Song, der mich irgendwie an das Album “Doomsday Afternoon” erinnert. Und auch diese Ballade passt zu Phideaux. Nicht der beste Track, aber auch nichts, was mich aus dem Album zieht. “Charlie Knew” lebt mehr vom Text, die Musik geht so.

Vinyl Album "AutoMoto Animus" by Phideaux. LP B

Dafür entschädigt mich Seite B gleich im ersten Song mit toller Prog-Note und folkigem Hintergrund. “Siren In The Storm” gefällt mir außerordentlich gut. Überhaupt ist Xavier Phideaux schwer textorientiert. Insbesondere hat er ein Gefühl dafür, wie die einzelnen Worte zusammen einen anmutigen Rhythmus ergeben. “Enigmatic Terminus” passt auch nicht wirklich ins Pop-Genre, dafür ist er – zum Glück! – überhaupt nicht gefällig. Prog winkt. Phideaux fusioniert auch auf diesem Album unterschiedliche Genres und das ziemlich gut. Der letzte Track,  “Legend Of Mary Jo”, ist dann der von mir ersehnte Longtrack mit über 14 Minuten. Gerade weil er nach Phideaux klingt und doch so wenig Ähnlichkeit mit den älteren Longtracks hat, ist er für mich etwas Besonderes. Für mich das Herz des Albums.

Vinyl Album "AutoMoto Animus" by Phideaux. Backcover

Fazit

Unverkennbar Phideaux und doch kein “Doomsday Afternoon” und das ist gut so. Wir haben doch das schöne Werk schon, alles andere wäre nur ein Abklatsch. So gesehen ist Phideaux der Spagat zwischen früher und heute gelungen. Besonders seine Texte, die von erhaben bis absurd, von mystisch bis surreal, von real bis entlarvend scharf sind, machen den Reiz dieses Albums aus.

Beim ersten hören war ich nicht überzeugt. Es klang nicht einheitlich. Nicht neu oder alt. Also eine Nacht drüber geschlafen. Zumindest der Longtrack sagte mir zu. Also hörte ich  “AutoMoto Animus” mehrmals und dann sank es in meinen Kopf und in mein Herz. Es ist typisch Phideaux und doch spüre ich die Evolution. Ein Album, das Zeit braucht und dann seine Magie entfaltet.

Bass – Johnny Unicorn
Gesang – Phideaux Xavier, Ariel Farber, Naomi Adele Smith, Johnny Unicorn
Gitarre – Phideaux Xavier, Rich Mouser, Fernando Perdomo
Keys – Phideaux Xavier, Pail Roessler, Mark Sherflus, Naomi Adele Smith
Schlagzeug – Joe Berardi
Sonstige – Arrmanda Lynne, Johnny Unicorn (Flöten), Vince Meghrouni (Saxophon), Angus Weir (Trompete)

Fiendish 2003
Ghost Story 2004
Chupacabras 2005
313 2006
The Great Leap 2006
Doomsday Afternoon 2007
Number Seven 2009
Snowtorch 2011
Infernal 2018
AutoMoto Animus 2026

Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.

TheProgThief
©30.07.2026
Mk 2

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