Snowtorch by Phideaux
Phideaux
“Snowtorch”
Progressive Rock, Retro Prog. CD (EP) 2011
- Digipack, CD, EP. 2011
- Original
- Bloodfish Music
- 8 26677 00459 8
- gebraucht
Phideaux EP “Snowtorch”, für manche ein Lückenfüller zum letzten Album der Trilogie (The Eco Terror Tale), “The Great Leap” (2006), “Doomsday Afternoon” (2007) und 2018, endlich, “Infernal”. Was ist in den 9 Jahren zwischen dem Album “Number 7” (2009) und “Infernal” passiert? Ach ja, die EP “Snowtorch” erschien 2011. Mit 44:44 Minuten Länge für mich ein ausgewachsenes Album und thematisch, wenn auch nicht dazugehörend, passend zur Trilogie bzw. “Doomsday Afternoon”. Manche empfinden sie als lahmen Aufguss oder als Resteverwertung, manche kritisierten gar Phideaux habe seine Inspiration mit “Snowtorch” verloren. Dann hören wir mal wieder rein, die Hülle zeigt deutliche Gebrauchsspuren. Was eigentlich doch ein gutes Zeichen ist, oder? Innen leider mit rausgerissenen Preisschild, wer macht innen ein Preisschild rein???
Der erste der 4 Songs, “Snowtorch Part One” ist gleich 19:43 lang und gliedert sich in 4 Parts, Star of Light, Retrograde, Fox on the Rocks und Celestine. Beginnt ruhig mit viel Gesang. Und wieder songorientiert, typisch für Phideaux. Ebenso typisch, fliest der Text im wunderbarer Melodik in den Song ein. Ich spreche nur vom Text! Gemeinsam mit der Musik ist das richtig gut. “Helix”, mit 05:54 deutlich kürzer, aber immer noch lang genug und nur von de Sängerinnen vorgetragen. ist auch wieder songorientiert Prog in a Nutschell. Seite 2 beginnt mit “Snowtorch Part Two” (16:11), welches sich in 3 Parts, Blowtorch Snowjob (instrumental), Fox Rock (songorientiert) und Coronal Mass Ejection (ebenfalls songorientiert) unterteilt. Alles fließt wunderbar ineinander. So geht “moderner” Retro-Prog. Der vierte Song, “Untiteld”, nimmt das musikalische noch einmal instrumental auf. Ein kurzer Abschluss, eines durchweg gelungenen Albums.
„Snowtorch“ verstehe ich als eine Reise vom ganz Großen ins Kleine. Aus Licht, Materie und Leben entsteht der Mensch mit seinem Bewusstsein, seinen Zweifeln und schlussendlich seiner Angst vor dem Tod. Instinktiv weiß jeder Mensch, dass er ein Unikat ist und nur einmal lebt. Und dann kommt die Sprache, mit der wir Menschen Konstruktionen davon erschaffen, was in uns und um uns herum geschieht. Die Außenwelt ist real, aber wie wir sie sehen und beschreiben, ist Konstruktion. Vielleicht erklärt gerade das auch, warum die einzelnen Teile trotz ihrer unterschiedlichen musikalischen Ausprägung so gut zusammenpassen.
Für mich sind wir Sternenstaub und werden wieder Sternenstaub. Dazwischen liegt unser Leben. Und genau dieser Weg ist das Entscheidende.
Kritisiert wird die Grundstruktur, sie sei zu ähnlich in sich selbst und wenig überraschend. Diese Kritik greift meiner Meinung nach zu kurz. Bei einem Konzeptalbum empfinde ich gerade die innere Geschlossenheit nicht als Schwäche. „Chupacabras“, „Fiendish“ oder „313“ funktionieren anders als „Doomsday Afternoon“, „Number 7“ und auch „Snowtorch“. Deshalb vergleiche ich „Snowtorch“ lieber mit der Trilogie, zu der es meiner Meinung nach thematisch passt, auch wenn es offiziell nicht dazugehört. Aus diesem Blickwinkel ist „Snowtorch“ für mich nicht langweilig und schon gar nicht uninspiriert. Im Gegenteil: Es ergänzt „Doomsday Afternoon“ und rundet für mich „The Eco Terror Tale“ ab.
Mein Fazit ist ganz klar nicht objektiv. Ich halte “Snowtorch” für ein weiteres “geniales” Album von Phideaux und seinen Musikern. Und das sind viele! Es ist thematisch sehr ähnlich und wirkt dadurch wie aus einem Guss. Es gibt ruhige Passagen, leichtes frickeln in den instrumentalen Parts, epische Passagen und guten Gesang. Wunderbarer Retro-Prog. Egal ob ihr “Snowtorch” als eigenes Thema versteht, oder wie ich, als Abrundung von The Eco Terror Tale. Empfehlenswert!
Phideaux Xavier: Acoustic Guitar, Piano, Vocals
Matthew Kennedy: Bass Guitar
Stefanie Fife: Cello
Rich Hutschins: Drums
Gabriel Moffat: E-Guitar, Producer
Chris Bleth: Flute, Soprano Saxophone
Johnny Unicorn: Keyboards, Saxophone, Vocals
Mark Sherkus: Keyboards, Piano
Molly Ruttan: Percussion, Vocals
Ariel Farber: Violin, Vocals
Linda Ruttan Moldawsky: Vocals
Valerie Gracious: Vocals
Fiendish 2003
Ghost Story 2004
Chupacabras 2005
313 2006
The Great Leap 2006
Doomsday Afternoon 2007
Number Seven 2009
Snowtorch 2011
Infernal 2018
AutoMoto Animus 2026
Die Fotos stammen alle von meiner CD. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.
TheProgThief
©06.05.2024
Mk 2





