I Robot by Alan Parsons Project
The Alan Parsons Project
“I Robot”
Art-Rock, Prog, Pop.
- LP, Black Vinyl 1977
- Original
- Arista
- 1C 064-99 168
- neu
Wie ein Album bewerten, das mit “Tales Of Mystery And Imagination” einen so starken Vorgänger hat? Für mich hängt der geniale Erstling wie ein Damoklesschwert über allen nachfolgenden Alben. 1977 erschien also mit “I Robot” das zweite Werk des Projekts. Inspiriert von Isaac Asimovs „Ich, der Roboter“, handelt die Platte allgemeiner von der Beziehung zwischen Mensch und Maschine (AI). Und hier sehe ich die erste Schwäche des Albums: Hier sehe ich die erste “Schwäche” des Albums: Da die Rechte am Titel „I, Robot“ bereits vergeben waren, konnte sich das Projekt nicht direkt auf Asimovs Werk beziehen. Was ich schade finde, hätte es doch die Authentizität angehoben. So wurde aus “I, Robot” “I Robot”. Die Musik funktioniert natürlich dennoch.
Prog- und Art-Rock-Fans könnte dieses Album schwer im Magen liegen, ist es doch durchsetzt von Pop und Disco-Sound.. Und doch übt dieses Album auch eine gewisse Faszination aus. Prog ist nicht gleich Prog. Warum sollten Elemente nicht mit Pop/Disco zusammengehen?
Der erste Song “I Robot” könnte ein Opener für typische SF-Filme der 60er und 70er Jahre sein. Synthesizer treffen auf Gitarre und Bass. Ein leichter Schuss Disco, dazu Art Rock und Space-Atmosphäre. Für mich ein sehr guter Song. “I Wouldn’t Want To Be Like You” lebt vom Disco Rhythmus. Textlich und stimmlich gut. Art und Prog? Nein. Mit “Some Other Time” kommt wieder Art Rock zurück. Interessanter Text, Disco-Bass und stimmlich wieder gut. “Breakdown” ist textlich düsterer als seine Vorgänger und musikalisch gut umgesetzt. Disco-Grundton? Ja. Dramatisch? Ja, und mit Chor! “Don’t Let It Show” wiederum ist eine typische Ballade und past nicht mit seiner allgemeinen schwülstigen Attitüde. Es ist bis auf den letzten Song ein sehr gut hörbare Seite A. Wobei “Don’t Let It Show” zum Ende hin das Grundthema wieder aufnimmt.
LP B beginnt mit schönem Rhythmus. Art Rock ist zurück. Und “The Voice” bringt Atmosphäre mit seinem Gesang und der robotischen Stimme im Hintergrund. „Nucleus“ bringt einen technisch wirkenden Hintergrundsound mit spaciger Note. In “Day After Day” treffen wir auf ein im Prog häufiges Element, denn “Nucleus” fließt übergangslos in den neuen Song. Auch hier haben wir es mit einer Ballade zu tun, jedoch fließt sie angenehm entspannt dahin. “Total Eclipse” könnte direkt dem Film “A Space Odyssee” entstammen. Unheimlich, unheilvoll. Der Art Rock fließt dann proggig in den Schlusstitel „Genesis Ch.1 V32“ hinüber. Zwei starke Songs zum Ende.
Ist das jetzt ein Klassiker mit seinen starken Disco-Anteil? Ich meine Ja! Denn “I Robot” hat trotz mancher Schwächen, mehr starke Seiten. Natürlich haben wir hier kein “Tales Of Mystery And Imagination” vor uns. Und das ist gut so. Art Rock, Prog, Pop, Disco und Space in einer interessanten Mischung. Nehmen wir die KI hinzu, haben wir ein Thema, das auch heute noch aktuell ist. Die Platte klingt tadellos und liegt satt auf dem Teller.
Nachtrag: Inzwischen liegt mir auch der Half-Speed Remaster von 2025 vor. Er klingt konturierter als der normale Remaster und für mich besser als das Original aus den 70er-Jahren.
Half-Speed-Mastering ist eine Technik zum Schneiden von Acetatlacken zur Herstellung von Schallplatten. Der Plattenteller der Schneidemaschine läuft mit halber Geschwindigkeit, während das aufzunehmende Signal abgestimmt mit halber Abspielgeschwindigkeit dem Schneidkopf zugeführt wird. Das Verfahren kann eine präzisere Übertragung komplexer Signalanteile ermöglichen. Ob die Platte dadurch tatsächlich besser klingt, hängt jedoch vom Mastering und vom Ausgangsmaterial ab. Den Unterschied höre ich auf meiner Anlage durchaus heraus, und inzwischen versuche ich, bevorzugt Half-Speed-Master zu bekommen. Neu ist die Technik jedoch nicht, auf Wachsmatritzen wurde sie seit 1949 angewendet. Heute werden ausgewählte Alben noch in Half-Speed Technik geschnitten. Wer jedoch diese Alben bereits in guter Qualität besitzt, muss nicht unbedingt in eine neue Platte investieren.
Ian Bairnson – Eleelctric and Accoustic Guitar
B. J. Cole – Pedal Steel Guitar
John Leach – Zymbal, Kantele
David Paton – Bass, Accoustic Guitar
Stuart Tosh – Drums, Percussions, Keyboards
Vocals – Eric Woolfson, Alan Parsons, Duncan Mackay, Lenny Zakatek, Allan Clarke, Steve Harley, Jack Harris, Peter Straker, Jaki Whitren and Dave Townsend
Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.
TheProgThief
©18.02.2025
Mk 2




