The Road Of Bones by IQ
IQ
“The Road Of Bones”
Neo-Progressive Rock.
- 3 x LP, Red, Black Marbeld Vinyl. 2024 (2014)
- Reissue, Limited
- Giant Electric Pea
- GEPVSE7710
- neu
Als die englische Neo-Prog-Band IQ 2024 eine limitierte Vinyl-Auflage ihres Albums „The Road Of Bones“ (2014) ankündigte, musste ich mir ein Exemplar besorgen. Sechs weitere Songs, die es während der Entstehungsphase nicht auf das ursprüngliche Album geschafft haben, sind ebenfalls dabei. Und ich bin froh darüber. Denn hier verlässt IQ zumindest mit „Knucklehead“ die ausgetretenen Pfade, ohne dabei IQ hinter sich zu lassen.
In einem Interview erklärte Peter Nicholls, wie er auf die Idee zum Titel „The Road Of Bones“ kam: Während eines Fluges blätterte er in einer Zeitschrift und sah ein Foto einer Statue. Diese war zynischerweise für verstorbene politische Gefangene errichtet worden, die in den 1930er Jahren in Russland auf Befehl Josef Stalins unter entsetzlichen Bedingungen an der Autobahn R504 arbeiten mussten. Heute wird die Straße als Touristenattraktion unter dem Titel „The Road Of Bones“ vermarktet. Während die Songs zwar lyrisch zusammenhängen, handelt es sich hier nicht um ein Konzeptalbum.
Der Opener “From The Outside In” zeigt den Schritt hin zum opulenteren Sound von IQ. Also ist da ja doch Entwicklung! Gerade weil Peter Nicholls sich selbst auch als Schauspieler versteht und stark songorientierte Lyrics schreibt, fühle ich mich eher wie in einem Musical oder Film. Das kommt Live noch stärker raus als auf diesem Studioalbum. Feiner Neo-Prog gleich zu Beginn.
Der Titelsong “The Road Of Bones” kommt ruhig daher und geht über in einen dunklen, bombastischen Prog-Song. Hier folgen wir einem psychopathischen Serienkiller. Und so genial der Track auch ist: Das ist unverkennbar IQ. Trotzdem ist mir das zu wenig Neo-Prog.
Auf Seite B finden ich das Herz des Albums, mit 19:16 dann auch der längste Song. “Without Walls” bietet ruhige Passagen, härtere Riffs, als wir es von IQ gewohnt sind, epische Keyboards und typischen, melodischen Neo-Prog. Für mich der stärkste Song. Genau das, was ich von IQ “erwarte”.
Auf Seite C folgt mit „Ocean“ der am wenigsten proggige Song. Wenn schon Pop, dann bitte so. Nach all dem dunkleren Prog vielleicht ein kleiner Lichtblick? Denn mit “Until The End” kommt der nächste, zunächst düstere Track angerollt. Für mich der proggigste und zugleich typischste IQ-Song, der später heller und optimistischer wird. Ein würdiger Abschluss des Albums. Moment.
Da sind ja noch sechs extra-Tracks auf Seite D, E und F.
Und mit “Knucklehead” kommt ein wesentlich bedrohlicherer, psychedelischer Prog-Song. Das ist für mich kein Melodic-Neo-Prog, das ist Psychedelic-Progressiv-Rock, wie ich ihn selten von IQ höre. Keine Entwicklung? Ich würde mir wünschen, dass IQ neben seinem feinen Melodic-Neo-Prog mehr „Knucklehead“ einstreuen würde.
Fazit
“The Road Of Bones” ist schon ein richtig gutes Album. Zwar opulent im Sound, dunkler in der Atmosphäre, aber immer noch IQ. Entwicklung? Ein bißchen.
Tatsächlich denke ich, dass IQ hier das „bessere“ Album abliefert. Und konsequenterweise hätte ich es mir noch dunkler und frickeliger gewünscht.
Paul Cook – Drums, Percussions
Tim Essau – Bass
Neil Durant – Keyboards
Michael Holmes – Guitar
Peter Nicholls – Vocals
Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.
TheProgThief
©04.05.2026






