Jade by Flowing Tears

LP Album "Jade" by Flowing Tears. Frontcover 

Flowing Tears
“Jade”
LP, Black Vinyl, Reissue 2021 (2000). Dark, Gothic Rock/Metal.

Flowing Tears war eine deutsche Gothic Rock/Metal Band, die von 1994 – 2008 (2014) in wechselnden Formationen bestand. Ich beschränke mich auf die Phase von 1997 – 2008, da meiner Meinung nach die beiden (auch noch ähnlich klingenden) Frontfrauen, Stefanie Duchêne (1997 – 2002) und Helen Vogt (2003 – 2008) mit ihren dunkleren Stimmen, ganz klar die Gesichter der Band waren. Seit 2018 ist Stefanie Duchêne mit Behind Your Fear wieder aktiv. Durch ihre eindrucksvolle Stimme scheinen Flowing Tears immer wieder durch.

Ophelia by Behind Your Fear 
Anthropocene by Behind Your Fear

 “Jade” war bereits das dritte Album der Band und das zweite mit Stefanie Duchêne. Da es nicht so leicht ist, an gebrauchte und bezahlbare CDs zu kommen, war ich umso glücklicher, als Transcending Records 2021 “Jade” noch einmal auflegten.

LP Album "Jade" by Flowing Tears. Innercover

Flowing Tears waren weder eine inovative noch neue Form des Gothic Rock/Metal. Natürlich muss gute Musik nicht neu sein, damit sie gut ist. Den Unterschied machte seit 1997 die dunklere Stimme Stefanies. Keine liebliche, weibliche, helle Stimme wie die von Liv Kristine (Theatre Of Tragedy). Und genau davon war ich sofort fasziniert. Sie gibt dem Gothic eine ganz andere Note. Das taten auch Liv Kristine und Theatre Of Tragedy, nur auf ihre eigene Weise. Und deswegen soll das hier auch kein Vergleich werden.

LP Album "Jade" by Flowing Tears. LP A

“Jade” würde ich nicht, wie die spätere “Thy Kingdome Gone”, zum Gothic Metal zählen. Es ist eine eher ruhige Dark/Gothic Rock Platte, die von Stefanies Gesang lebt. Im Gegensatz zu anderen, deutich kitschigeren Gothic Bands (was ich auch mag), trug Stefanie (2000 war sie gerade 20) das alles erwachsener vor. Hier gibt es keine durchgehende Depression, immer wieder blitzen Hoffnung und Licht auf. Das meine ich mit erwachsenen Gothic, im Gegensatz zum Teenie Herzschmerz Gothic. Der selbstverständlich seine Berechtigung hat.

Was will der Text vom Opener “Godless” uns sagen? Der kurze, rockige Song lebt vom wandelbaren Gesang Stefanies. Zerbrechlich am Anfang, kräftiger im weiteren Verlauf. Ein simpler Rhythmus. Na und? Der Song ist gut. “Sistersun” toppt das allerdings. Es geht ums älter werden und die Vorbereitung auf den eigenen Tod. Klischeehaft? Ja. Gut vorgetragen? Ja. “Swallow” hingegen kommt als Ohrwurm daher, der bei mir überhaupt nicht funktioniert. Zuviel Wiederholung, für mich der schwächste Track. Allerdings kein Song zum skippen. Das Ende einer Beziehung behandelt der traurige Song “Lovesong For A Dead Child”, der jedoch auch Raum für Hoffnung lässt. “Under The Red” lässt mein Herz höher schlagen. Wechsel zwischen rockigen und ruhigen Passagen. Hervorragend gesungen. Für mich ist es das Herz dieses Albums. Keine für Gothic typischen, breiten Keyboard Passagen. Sie unterstützen auf diesem Album die Gitarren und das gefällt mir sehr gut.

LP Album "Jade" by Flowing Tears. LP B

“Turpentine” ist ein kurzer instrumentaler “Absacker”, bevor es zu “The One I Drownend” kommt. Auch wenn der Text recht wiederholend daherkommt, ist es die Art, wie Stefanie das gesanglich umsetzt. Die Band ist gut, ohne Zweifel, aber ich behaupte, das ohne Stefanie das Album nicht so gut funktionieren würde. Sie macht den Unterschied zu den anderen tausenden Gothic Bands aus. “Vanity” bringt männlichen Sprechgesang, begleitet vom Klavier/Keyboard. Ein guter Break, allerdings auch sehr düster: “Does it really take dying children, To see what makes the world go round?”. Besonders herausheben muss ich noch “Radio Heroine”, ein Song voller Sehnsüchte, der sanft beginnt und in ein furioses Finale übergeht. Kritik? Er ist zu kurz. “Coma Garden” ist sehr ruhig vorgetragen und mit etwas über 2 Minuten recht kurz. “Jade” beginnt wieder ruhig, endet mit einer rockigen Gitarrenwand. “White Horses”. Wieder männlicher Sprechgesang, kurzer Text und der Rest ist rockig instrumental. Ich weiß leider nicht, wer für den Sprechgesang zuständig war. 

Fazit

Schade das es Flowing Tears nicht mehr gibt. Stefanie Duchêne drückte nicht nur “Jade” mit ihrer Stimme ihren Stempel auf. Es gibt so gut wie keinen Leerlauf, auch wenn die Songs einfach strukturiert sind. Beim Gothic kommt es für mich nur auf die transportierten Stimmungen an,  das gelingt Flowing Tears eindrucksvoll. Vor allem wegen Stefanies Stimme. Empfehlenswert.

LP Album "Jade" by Flowing Tears. Backcover

Bass – Frederic Lesny
Drums – Eric Hilt
Guitar – Benjamin Buss, Manfred Bersin
Keyboards – Mike Volz
Mastered By – Siggi Bemm
Mixed By – Waldemar Sorychta
Music By, Lyrics By – Flowing Tears
Producer – Waldemar Sorychta
Vocals – Stefanie Duchêne

Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.

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©31.08.2026

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