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In The Court Of The Crimson King by King Crimson

Album LP In The Court Of The Crimson King by King Crimson. Frontcover 

King Crimson
„In The Court Of The Crimson King“
Progressive Rock. Reisue, Remaster, Black Vinyl. 2010 (1969)

Es heißt kein Prog-Head kommt an King Crimsons Debütalbum von 1969 vorbei. Lange Zeit habe ich von KC (King Crimson) Abstand gehalten und tue das auch heute noch. Aber das betrifft nicht „In The Court Of The Crimson King“ ist irgendwie zeitlos und zeigt die Richtung des frühen Progressive Rock in den 70er Jahren. Also ein gutes Beispiel, um mal die technische Seite des Prog Rocks ein wenig zu beleuchten. Interpretationen über die paranoiden surrelastischen Texte spare ich mir.

1968 wurde King Crimson von Robert Fripp und Michael Giles gegründet. Sie bestand mit Fripp als Vordenker mit wechselnden Formationen bis 2009.

Album LP In The Court Of The Crimson King by King Crimson. Innercover

„21st Century Schizoid Man“ bewegt sich zwischen Jazz und Hard Rock. Die Stilwechsel und die Brüche der Rhythmik sind typisch für Progressive Rock. Verzerte Stimmen und Gitarren prägen den Beginn. Der Mittelteil ist als sogenannter Unisono Lauf ausgelegt. Dadurch hatte der Song eine große Dynamik und das war ungewöhnlich für die damalige Zeit. Gerade diese Dynamik zieht mich in den Song. Faszinierend ist die Präzision der einzelnen Instrumente.

„I Talk To The Wind“ ist ein idyllischer Zwischenteil mit Flöten, der den dynamischen ersten Song und dem folgenden hymnischen Song verbindet. Dies ist der einzige Song, der nicht komplett in Moll gehalten ist. Wunderbar sanft gespielt und doch nie langweilig.

„Epitaph“ ist der hymnische Abschluss von Seite A und durch den häufigen Einsatz des Mellotrons gekennzeichnet. Der Inhalt des Textes und die Musik bilden eine Einheit. Wieder erstaunt mich die Leichtigkeit der Präzision.

Seite B beginnt mit der Ballade „Moonchild“. Mit dem improvisierten Teil des Songs ist Robert Fripp inzwischen unzufrieden. Ich tendiere Fripp zuzustimmen. Und dennoch ist Improvisation eines der Stilmittel des frühen Progs. Im Neo-Prog sind sie so gut wie nicht mehr zu hören.

„In The Court of the Crimson King“ ist wie „Moonchield“ auf  reinen Dreiklängen, gängigen Akkordfolgen und Kadenzen aufgebaut. Gesang, Lyrik, Instrumente im Einklang. Sein Konzept bildet gleichzeitig auch den gut gelungenen Abschluss des Albums.

Album LP In The Court Of The Crimson King by King Crimson. LP A

Meine Ausflüge mit King Crimson enden immer mit der Frühphase der Band. Die nachfolgenden Alben sind mir zu verkopft und zu improvisiert und markieren für mich die erste Sackgasse, in die der Progressive Rock ab 1975/76 gerät. Noch ein mehr an Improvisation, noch elitärer (eine furchtbare Eitelkeit), noch längere Soli, noch ein Schnörkel hier und da. Dabei blieb oft der Sinn eines Albums hinter elitären Eitelkeiten zurück.

Das alles betrifft „In The Court Of The Crimson King“ nicht und so markierte es 1969  für viele den Beginn des Progressive Rocks und nicht zu Unrecht ist das Album in diversen Ranglisten ziemlich weit oben zu finden. Ebenso finden sich viele Elemente bei anderen Bands (Genesis, Yes) wieder, der Einsatz des Mellotrons, surrealistische Texte und gebrochenen Rhythmiken. Insbesondere die Zeitlosigkeit dieses Albums und seine „verspieltheit“ lassen es mich immer wieder mal anhören. Ein Meilenstein? Definitiv.

Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.

J. Specht
[info@theprogthief.de]