Porcupine TreeCD Album Coma Divine by Porcupine Tree. Frontcover“Coma Divine”

Porcupine Tree
CD Album "Lightbulb Sun" by Porcupine Tree. Frontcover“Lightbulb Sun”

Stupid Dream by Porcupine Tree

CD Album "Stupid Dream" by Porcupine Tree. Frontcover

Porcupine Tree
“Stupid Dream”
CD, Digipack, Remaster, Reissue. 2021 (1999)

Als Porcupine Tree (PT) 1999 das Album “Stupid Dream” veröffentlichte, zeichnete sich ein Wechsel ab. Weg vom psychedelischen, hin zum Brit-Pop, Art Rock und Progressive Rock. Nach wie vor wäre PT nicht PT, wenn jetzt nur noch Kommerz die Musik hinten angestellt hätte. Doch  ich lies mich von negativen Rezensionen abschrecken und ignorierte diese “In Between” Phase  zwischen “Signify” und “In Absentia”. Vorteil? Ich entdeckte 25 Jahre später für mich neue Musik von PT und setzte mich damit auseinander. In Kurzform: Porcupine Tree entwickelte sich nach “Signify” weiter und wer den Anspruch eines S. Wilsons kennt, der weiß das er nicht stehen bleiben kann. Vieleicht wollte Wilson den ewigen Vergleich mit Pink Floyd endlich abschütteln und “Signify” markierte den Übergang von eben dieser Phase zu einer neuen Phase. Natürlich birgt es immer die Gefahr, alte Fans zu verlieren und für manche reichte es schon zu wissen, das Songs von eben “Stupid Dream” im Radio gespielt wurden und die kommerzielle Wahrnehmung  stetig stieg. Also tauchen wir tiefer in das Album ein.

CD Album "Stupid Dream" by Porcupine Tree. CD

Mit “Even Less” beginnt der Reigen. Rockig, viel Gitarre und stimmiges Schlagzeug. Der Bass? Ich halte Edwin Collin für einen der besten seines Faches und egal welcher Song, er profitiert davon. Fein ziselierter rockiger Neo-Prog. Mit interessanten Wechseln zwischen rockig, folkig und deswegen nie langweilig.
“Piano Lessons” zeigt eine schöne Melodie, die kommerzieller wirkt und trotzdem ihre PT Gene nicht verschleiern kann. Wenn auch nicht mein Song, so ist es ein gut gemachter “Pop-Song” mit Niveau.
“Pure Narcotics” mit akustischer Gitarre, Piano und Glockenspiel. Und auch wenn ich die Melodie für mich als nichtssagend empfinde, so mag ich den Text.
E-Bass? “Slave Called Shiver” hat ihn und der rockige Sound tut sein übriges. Sound, Gesang und Text formen eine dunkle Stimmung.
“Don’t Hate Me”, mit 08:31 der”Long-Track”, übernimmt diese Stimmung weniger Rockig, die in verzweifelte Melancholie übergeht. So finden wir kurze psychedelische Elemente und Jazz Anleihen. Für mich das Herz dieses Albums. Fröhlich anmutend kommt “This Is No Rehearsal” daher, interessantes Schlagzeug, rockiger Brit-Pop der besseren Art.
“Baby Dream In Cellophan” ist surrealistisch und psychedelisch. Die Melodie schwankt zwischen Pop und surealistischen Art-Rock. Ich bin mir selber noch nicht sicher bei diesem Song.
 “Stranger By The Minute” ist für mich der erste Song, den ich nicht brauche. Das kommt sehr selten bei mir vor, denn ich mag so gut wie jeden Song von PT. Doch dieser wirk unausgereift für mich.
Dafür werde ich gleich mit “A Smart Kid” belohnt. Melancholisch, psychedelische Elemente, schön.
Mit “Tinto Brass” kommt der Song, der auch locker auf “Signify” durchgegangen wäre. Rockig, genialer Bass, ein wenig spooky, ein wenig jazzige Flute und nicht floydig psychedelisch. Mit härteren Rockeinlagen und ich merke: Dieses Album hat zwei Herzen! Mit einer Anspielung auf “Even Less” mit dem Lachen eines Kindes zum Ende.
Und auch der Rauswerfer “Stop Swimming” ist stimmig melancholisch und ein guter Runterbrecher von “Tinto Brass”. Jedes musikalische Element sitzt fein modeliert, mit zarter jazziger Grundnote, ohne jazzig zu sein (wenn das überhaupt Sinn ergibt). Es ist so als wenn ein Designer meine Wohnung designen soll, ohne das es nach Design aussehen darf.

CD Album "Stupid Dream" by Porcupine Tree. Band.

PT versteht es sich weiter zu entwickeln und doch finden wir Anleihen zu “Signify” (1996) und zum Übergang zu “In Absentia” (2002). Brit-Pop, Jazz, Prog-Rock, Hard-Rock, fein modeliert. Echten Leerlauf gibt es nicht. Und doch fehlt mir etwas. Zu wenig “Even Less”, “Don’t Hate Me” und “Tinto Brass”. Etwas weniger Brit-Pop hätte auch nicht geschadet. Für mich wie immer interessant zu sehen, wie sich PT weiter entwickelt hat. 

Synthesizer (Analogue), Organ (Hammond), Piano, Mellotron – Richard Barbieri
Drums, Percussion – Chris Maitland
Vocals, Guitar, Piano, Sampler – Steven Wilson
Bass Guitar, Double Bass – Colin Edwin

Tenor Saxophone, Flute – Theo Travis
Strings – East Of England Orchestra

CD Album "Stupid Dream" by Porcupine Tree. Backcover
On The Sunday Of Life 1992
Signify 1996
Coma Divine (Live) 1997
Stupid Dream 1999
Lightbulb Sun 2000
Recordings 2001
In Absentia 2002
Deadwing 2005
Fear Of A Blank Planet 2007
Nil Recurring 2007
Anesthetize – Live In Tilburg 2008
We Lost The Skyline Live 2008
The Incident 2009
Octane Twisted Live 2012
Closure/Continuation Live 2022

Die Fotos stammen alle von meiner CD. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.

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©15.02.2026

J. Specht
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