Velvet Darkness They Fear by Theatre Of Tragedy
Theatre Of Tragedy
“Velvet Darkness They Fear”
Goth Metal, Dark Rock. Remaster, Reisue, 2 LP. 2024 (1996)
1996 erschien mit “Velvet Darkness They Fear” das zweite Album von Theatre Of Tragedy. Gothic meets Death-Metal und Doom. Das alles eine Stufe weniger hart, mit abgerundeten Kanten. Raymond Rohonyi singt, growlt und das auch noch verständlich, auch wenn hier wieder Mittel-Englisch gesungen wird. Auch hier zelibriert ToT (Theatre Of Tragedy) mystische Texte und die kommen so der Atmosphäre zu gute. Und dann ist da ja noch der sehr hohe, helle Gesang von Liv Kristine Espenæs. Manche nennen es Sopran, doch das ist es nicht. Jedenfalls schwappte Gothic Rock/Metal Mitte der 1990er durch die Welt. Und “Velvet Darkness They Fear” war durch seine Mischung erfolgreich. Melodisch, interessant und mich als Prog-Head spricht das an. Auch wenn ich es für kitschig halte. Es ist kitschig schön. Und deutlich Song orientiert.
Aus der Tracklist des Albums stechen “Fair and Guiling Copesmate Death”, “And When He Falleths” und “Black As The Devil Painteth”. Mehr interesse in Deutschland fand noch “Der Tanz Der Schatten”. Und genau dieser Song gefällt mir nicht, denn in Deutsch klingt es nicht wirklich melodisch, negativ kitschig und auch nicht schön. “And When He Falleth” ist für mich der bildlichste Song, wegen der Dialoge zwischen Jane Asher und Vincent Price aus dem Film “Die Maske des Roten Todes.” Allerdings finde ich alle Songs mehr oder weniger gelungen und kann dieses Album auch 2025 immer noch empfehlen.
“And When He Falleth” hat als mein Herz des Albums eine genauere Betrachtung verdient.
„And When He Falleth“ ist für mich der bildlichste Song des Albums, nicht nur wegen des Dialogs aus „Die Maske des Roten Todes“. Hier habe ich das Gefühl, einer Szene beizuwohnen. Livs Stimme schwebt über der Musik (im Gegensatz zu „Liquid Man“ vom Album „Assembly“), während Raymond darunter etwas Düsteres entstehen lässt. Dann kommt dieser Dialog – und dann ist da in der Musik ein Schauspiel.
Wenn Liv und Raymond singen, klingt Liv fast entrückt. Ihre Stimme ist nicht einfach nur schön, sie scheint aus einer anderen samtenen Dimension zu kommen. Raymond ist ihr Antagonist, dunkel, schwer. Beide Stimmen stehen sich gegenüber. Und deswegen entsteht diese eigenartige Atmosphäre.
Die Musik schreitet langsam voran. Die Gitarren halten sich zurück und ziehen den Song in die schwarze Tiefe. Streicher helfen mit, diese fast filmische Atmosphäre zu erschaffen. Ich höre hier kaum einen Metal-Song, sondern eine Szene, die ToT gerade musikalisch umsetzt.
Und dann kommt Vincent Price. Das Ganze bekommt ein Gesicht. Der Song wird zu einem kleinen Gothic-Theaterstück. Deshalb funktioniert „And When He Falleth“ für mich so gut. Und wenn er fällt, dann fällt er wie Lucifer.
Das vinyle Album stammt von Cosmic Key Creations, eine limitierte Neuauflage aus dem Jahr 2024. Die Platten liegen satt auf und klingen sauber.
Wer Gothic Metal/Rock und Doom mag, kommt auch 2025 auf seine Kosten. Hier gibt es “The Beauty and the Beast” Gesang. Die Atmosphäre ist düster, nur Livs Gesang sorgt für samtenen Mondschein in der Dunkelheit. Alles fließt wunderbar, auch nicht Gothics werden dieses Album, so wie ich, lieben.
Raymond Rohonyi (Vocals)
Liv Kristine Espenæs (Vocals)
Tommy Lindal (Guitar)
Geir Flikkeid (Guitar, E-bow)
Lorentz Aspen (Piano, Synths)
Eirik T. Saltrø (Bass)
Hein Frode Hansen (Drums)
Theatre of Tragedy 1995
Velvet Darkness They Fear 1996
A Rose for the Dead (EP) 1997
Aegis 1998
Musique 2000
Assembly 2002
Storm 2006
Forever is the World 2009
Remixed 2019 (only Remixes)
Die Fotos stammen alle von meiner LP. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.
TheProgThief
©05.04.2025
Mk 3





