Fiendish by Phideaux

CD Album "Fiendish" by Phideaux. Frontcover

Phideaux
Prog-Rock, Art-Rock, Psychedelic

  • CD, 2003
  • Bloodfish Music
  • zyz1001
  • gebraucht 

“Fiendish” erschien 2004 in Deutschland, für viele das erste Album des Projektes. Das eigentliche Debütalbum “Friction” fand kein Major Label und ist heute eine Rarität.  Vordergründig geht es um “Exorzismus”,, der ist hier als Metapher zu verstehen und er durchzieht das gesamte Album, welches aber kein Konzeptalbum ist. Es ist auch nicht wirklich leicht einzuordnen, welchem Genre Phideaux zugeordnet werden kann und will. Die Gefahr ist immer, dass zu viele Zutaten eben keine bekömmliche Mahlzeit generieren. Doch zu unserem Glück, ist Phideaux ein hervorragender musikalischer Koch.

Phideaux ist ein Projekt, welches Phideaux Xavier und Rich Hutchins ins Leben riefen. Zunächst mehr eine virtuelle Band, entwickelte sich der Genre-sprengende Stil kontinuierlich weiter. Denn was ist das auf “Fiendish”? Folk-Rock? Art? Psychedelic? Pop? Mainstream? Prog? Die Antwort ist simpel. Alles auf einer CD.

CD Album "Fiendish" by Phideaux. CD

Ich beginne mit Stanislaw Lem (ver. 2006), bekannter polnischer Schriftsteller. Obwohl seine Werke nicht nur Sci-Fi sind, stecken auch seine philosophischen Werke (z. B. Golem XIV) regelmäßig in den Sci-Fi Regalen Schubladen. Und so  ist es auch mit Phideaux, die Prog- Schublade ist einfach zu klein. Nein, Phideaux macht keinen klassischen Prog. Und doch finden wir: aufgebrochene Songstrukturen,  musikalisch wechselnde Ebenen, psychedelische und art-rockige Passagen, komplexere Arrangements und eine gewisse Bereitschaft, Erwartungen an einen Songaufbau zu unterlaufen. Dazu kommt noch mehrstimmiger Gesang und recht viele Gastmusiker.

In dem Track “Fiendish” finden wir die eigentliche Essenz des Albums. “We Are Guilty”. Die Dämonen sitzen nicht nur da draußen, wir sind Teil des Problems. Denn Phideaux sagt uns sinngemäß selbst, worum es ihm in diesem Album geht. Fiendish…  ist ein Exorzismus unserer inneren Dämonen und Unsicherheiten, die wir alle besitzen. Gleichzeitig weitete er das auf die „fiends and fiendish aspects“ der Welt aus, die er wahrnimmt. Ohne das nicht gelesen zu haben, wäre ich weiter von zusammenhaltlosen Songs ausgegangen. Das Album funktionierte für mich auch schon ohne dieses Wissen, jetzt funktioniert es noch besser für mich.

Ich versuche beispielhaft meine Interpretation am letzten Song, “Space Brother”, darzulegen. Jemand wird kommen und uns erretten. Anstatt uns zu ändern, warten wir. Das wäre zwar die bittere Konsequenz, aber der Kontrast zur Bekämpfung unserer inneren und äußeren Dämonen. Am Ende ist “Space Brother” die Sehnsucht nach dem Retter.

Meine Vorschläge: “Fragment”, “Soundblast”, “Fiendish” und “Space Brother”.

CD Album "Fiendish" by Phideaux. Backcover

Fazit.

Ein reichlich gedecktes Buffet. Phideaux legt Wert auf Melodik, passt in kein Genre, kann “kochen”. Lässt, wie so oft in der Musik, Freiraum zum interpretieren. Ich empfehle allen dogmatischen Prog-Heads, ihre Schützengräben zu verlassen. Selbst wenn es kein Prog ist, so hat es aber doch viele Elemente zu bieten.

Ariel Farber: Vocals
Valerie Gracious: Vocals
Richard J Hutchins: Drums
Gabriel Moffat: Funeral Water, Sonar, Space Guitar, Funeral Voices, Space Beeps
Phideaux Xavier: Vocals, Piano, Guitar, Mellotron, Synthesizer, Autoharp, Organ

Die Fotos stammen alle von meiner CD. Die Rechte aller Motive, Logos, Texte und Schriften, die auf den Fotos zu sehen sind, liegen natürlich beim Rechteinhaber.

TheProgThief
©20.09.2026

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